S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

 

Die Schnellboots-Typen

 


Die Reichsmarine wurde am 12.03.1935 in Kriegsmarine umbenannt. Sie verfügte zu diesem Zeitpunkt über die Schnellboote „S 1“ bis „S 8“, die in der 1. Schnellboothalbflottille zusammengefasst waren. Dieser unterstand auch das Begleitschiff "Tsingtau". Am 12.06.1935 wurde „S 9“ in Dienst gestellt und der Verband in 1. Schnellbootflottille ( 1.SFltl) umbenannt. Die Boote „S 10“ bis „S 13“ liefen ebenfalls 1935 zu.

 


Technische Daten „S 1“

 

 

"S 1" auf Probefahrt noch ohne überdachten Ruderstand (Bild aus Italieri: Schnellboot Typ S-100)
"S 1" auf Probefahrt noch ohne überdachten Ruderstand (Bild aus Italieri: Schnellboot Typ S-100)

 

 

Länge

26,50 m

Breite

4,20 m

Tiefgang

1,10 m

Verdrängung

39,8/51,6 t

Besatzung

12 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 50 cm, ab 1933 2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

 

Antrieb

3 x Daimler-Benz 12 Zylinder-Viertakt-Ottomotoren 2400/2700 PS

1 x Maybach „S 5“ 100 PS auf Mittelwelle

 

Geschwindigkeit

34,2 kn

Bauwerft

Lürssen

 

„S 1“ in der Ostsee - Bild: Archiv Förderverein
„S 1“ in der Ostsee - Bild: Archiv Förderverein

Technische Daten „S 2“ – „S 5

 

Die Boote „S 2“ – „S 5“ waren äußerlich sehr ähnlich wie „S 1“ aber sie waren wegen der Daimler-Motoren geringfügig ( 1,15 m) länger als „S 1“. Sie wurden 1936 nach Spanien verkauft. Nach den Plänen von „S 2“ baute die Lürssen-Werft acht Boote für Jugoslawien ("Orjen", "Velebit", "Dinara", "Triglav", "Suvobur", "Rudnik", "Kamakcalan" und "Durmitor", die im Gegensatz zu den deutschen Booten achtern eine 40 mm Kanone erhielten. 

"S 2"- "S 5" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 2"- "S 5" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“

 

 

 Länge

27,90 m

Breite

4,20 m

Tiefgang

1,10 m

Verdrängung

46,5/58 t

Besatzung

12 - 13 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 50 cm, ab 1933 2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb S 2 - S 5

3 x Daimler-Benz 12 Zylinder-Viertakt-Ottomotoren 2400/3300 PS

1 x Maybach S.5 Motor 100 PS auf Mittelwelle

Antrieb S 6

3 x MAN L7 Viertakt-Dieselmotoren 900/1320 PS

Geschwindigkeit

33,8 kn bzw. 32 kn

Bauwerft

Lürssen

„S 2“ auslaufend Kolberg - Foto: Archiv Peter Jancke
„S 2“ auslaufend Kolberg - Foto: Archiv Peter Jancke
„S 4“ in der westlichen Ostsee - Foto: Archiv Förderverein
„S 4“ in der westlichen Ostsee - Foto: Archiv Förderverein

 

Besonderheiten:

 

Der 100 PS Maybach S.5-Motor konnte bei gestoppten Hauptantriebsmotoren auf die Mittelwelle gekuppelt werden, um das Boot leise mit 6 kn anzutreiben. Gleichzeitig konnte damit Benzin gespart und so die Reichweite erhöht werden. 

 

Technische Daten „S 6“ – „S 9“

 

„S 6“ war das erste Boot mit MAN-Dieselmotoren. Es war daher ein um gut 4 m  längeres Boot. Nach den gleichen Spezifikationen wurden die Boote „S 7“ bis „S 9“ gebaut. Die Boote „S 10“ bis „S 13“ erhielten Daimler MB 502-Dieselmotoren.

 

„S 6“ – „S 13"
„S 6“ – „S 13"

 

Länge

32,36 m

Breite

4,90 m

Tiefgang

1,40 m

Verdrängung

80/95 t

Besatzung

17 - 21 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb „S 7“ – „S 9“

3 x MAN L7 Dieselmotoren 960/1320 PS

Antrieb „S 10“ – „S 13“

3 x DB MB 502 Dieselmotoren 1200/1320 PS

Geschwindigkeit

36,5 kn

Bauwerft

Lürssen

„S 9“ und „S 11“ - Foto: Archiv Förderverein
„S 9“ und „S 11“ - Foto: Archiv Förderverein

 

Gemäß Zeitschrift Strandgut Nr. 49 wurde am 29.03.1945 im Hafen von Bergen/Norwegen der nach einer Strandung aufgelegte Passagierdampfer "Kommandøren" (543 BRT, Baujahr 1891) durch einen Torpedotreffer versenkt. Der Schuss soll von einem betrunkenen Besatzungsmitglied eines deutschen S-Bootes (vermutlich „S 13“) ausgelöst worden sein.

 

Die wahre Geschichte wird beschrieben unter:

 

http://www.foerderverein-museums-schnellboot.de/sboote-km-norwegen2.htm

"S 12" und "S 13" in Kiellinie - Foto: Archiv R. Mundt
"S 12" und "S 13" in Kiellinie - Foto: Archiv R. Mundt

Technische Daten „S 14“ – „S 17“

 

Da die Geschwindigkeit der Serie "S 10“ – „S 13" nicht den militärischen Forderungen entsprach, erhielt die 1935 in Auftrag gegebene Serie "S 14 - 17" drei MAN-Viertakt-Dieselmotoren L 11. Das erforderte eine Vergrößerung der Boote. Sie erreichten eine Dauerhöchstfahrt von 37 kn und eine Kurzhöchstfahrt von 39,8 kn bei einer Verdrängung von 40,7 t.

 

"S 14" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 14" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
„S 14“ in der Ostsee - Bild: Andres-Verlag, Hamburg
„S 14“ in der Ostsee - Bild: Andres-Verlag, Hamburg

 

 

 

Länge

34,62 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

1,40 m

Verdrängung

97,5/115 t

Besatzung

17 - 21 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb S 14 - S 17

3 x MAN L11-Dieselmotoren 1500/2050 PS

Geschwindigkeit

37,5 bzw. 39,5 kn 

Bauwerft

Lürssen

 

 

Technische Daten „S 18“ – „S 25“ 

 

Die Serie „S 18“ – „S 25“ wurde 1937 bis 1938 in Auftrag gegeben und lief 1938 bis 1939 zu. Die Boote erhielten je drei Daimler-Benz MB 501 Dieselmotoren mit 2050 PS, was den Booten eine Geschwindigkeit von 39,5 kn verlieh.

 

"S 18" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 18" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 19" - Bild: PK-Aufnahme
"S 19" - Bild: PK-Aufnahme

 

Länge

34,62 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

1,40 m

Verdrängung

97,5/115 t

Besatzung

17 - 21 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb S 18 - S 25

3 x Daimler-Benz MB 501 Diesel-Motoren 1500/2000 PS

Geschwindigkeit

37,5 bzw. 39,5 kn 

Bauwerft

Lürssen

 

Am 01.08.1938 wurde die 2. SFltl aufgestellt. Ihr wurde das Begleitschiff "Tanga" unterstellt. Die beiden Flottillen unterstanden dem Führer der Torpedoboote (FdT).

 

Technische Daten „S 26“ – „S 29“

 

Um die Seegängigkeit der Boote zu erhöhen, wurden die S-Boote ab „S 26“ mit erhöhter Back gebaut, in die die Torpedorohre eingebaut waren. Das erhöhte den Reserveauftrieb und schützte die Rohre vor Wettereinflüssen. Gleichzeitig wurde der Kommandostand von vor der Brücke in eine Position auf der Brücke versetzt. Die Serie „S 26“ – „S 29“ lief 1940 zu.

 

"S 26" - "S 29"
"S 26" - "S 29"
„S 28“ im Schwarzen Meer - Bild aus Nachlass Kpt zS a.D. K.F. Künzel
„S 28“ im Schwarzen Meer - Bild aus Nachlass Kpt zS a.D. K.F. Künzel
Boot vom Typ „S 26“ im Finnenbusen - Bild: Archiv Förderverein
Boot vom Typ „S 26“ im Finnenbusen - Bild: Archiv Förderverein

 

 

Länge

34,94 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

1,90 m

Verdrängung

92,5/115 t

Besatzung

21 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

2 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb

3 x Daimler-Benz MB 501 Diesel-Motoren 2000 PS

Geschwindigkeit

39,5 kn

Bauwerft

Lürssen

 

 

 

Technische Daten „S 30“ – „S 37“

 

Bei Kriegsausbruch waren acht Boote für ausländische Rechnung im Bau, die auf dem kleineren Bootskörper der Serie „S 10“ – „S 14“ beruhten. Diese Boote wurden Ende 1939 bis Sommer 1940 als „S 30“ – „S 37“ in Dienst gestellt.

 

"S 30" - "S 37"
"S 30" - "S 37"
„S 30“ auf Werftprobefahrt auf der Weser - Foto: Lürssen
„S 30“ auf Werftprobefahrt auf der Weser - Foto: Lürssen

  

 Länge

32,76 m

Breite

4,90 m

Tiefgang

1,90 m

Verdrängung

81/100 t

Besatzung

21 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb

3 x Daimler-Benz MB 502 Diesel-Motoren 1200/1320 PS

Geschwindigkeit

36 kn

Bauwerft

Lürssen

Ursprünglich als C 4 bis C 10 für China in Bau gegeben

Boot vom Typ S 30 im Mittelmeer - Bild: Archiv Makarow
Boot vom Typ S 30 im Mittelmeer - Bild: Archiv Makarow
Boot vom Typ „S 30“ in Afrika - Bild: Archiv Mundt
Boot vom Typ „S 30“ in Afrika - Bild: Archiv Mundt

 


Technische Daten „S 38" - "S 53"

"S 62" - "S 99"

 

Zwischen November 1940 und September 1941 liefen die Boote des Typs 38“ – „S 53“ zu. Sie verfügten über drei MB 501 Diesel und erhielten eine 2 cm-Flak in Drehkranzlafette auf der Back.

 

 

"S 38"
"S 38"
„S 47“ im Schwarzen Meer noch ohne Kalotte - Bild aus Nachlass Kpt zS a.D. K.F. Künzel
„S 47“ im Schwarzen Meer noch ohne Kalotte - Bild aus Nachlass Kpt zS a.D. K.F. Künzel
S-Boot Typ „S 38“ - Foto: Archiv Förderverein
S-Boot Typ „S 38“ - Foto: Archiv Förderverein

 

 Länge

34,94 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

2,10 m

Verdrängung

92,5/115 t

Besatzung

21 Mann

Bewaffnung 

2 x Toro 53,3 cm

2 x 20 mm Maschinenkanone

S 39, S 44 - S 46: 1 x 40 mm Flak + 1 x 20 mm MK

Antrieb

3 x Daimler-Benz MB 501 Diesel-Motoren 1500/2000 PS

Geschwindigkeit

39 kn

Bauwerft

Lürssen

 

Besonderheiten: Bei dem Standardtyp S 38/S 100 wurden ab Herbst 1943 nach Verfügbarkeit der Waffen drei Bewaffnungsvarianten eingebaut/nachgerüstet:

 

achtern

mittschiffs

vorn

1 x 40 mm

1 x 20 mm Doppel

1 x 20 mm

1 x 37 mm

1 x 20 mm Doppel

1 x 20 mm

1 x 20 mm Vierling

1 x 20 mm Doppel 

1 x 20 mm

 

Die später gebauten Boote dieses Typs erhielten eine Kalottenbrücke, um dem Brückenpersonal einen gewissen Schutz zu bieten.

"S 99"  - Bild aus Dallies/Labourdette: „Deutsche Schnellboote 1939-1945“
"S 99" - Bild aus Dallies/Labourdette: „Deutsche Schnellboote 1939-1945“
„S 47“ im Schwarzen Meer mit Kalotte - Bild aus Nachlass Kpt zS a.D. K.F. Künzel
„S 47“ im Schwarzen Meer mit Kalotte - Bild aus Nachlass Kpt zS a.D. K.F. Künzel

Technische Daten S 100

S 136 und S 139 - S 218

"S 100"
"S 100"
Boot vom Typ S 100
Boot vom Typ S 100

 

 

Länge

34,94 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

1,67 m

Verdrängung

100/117 t

Besatzung

21 Mann

Bewaffnung 

2 x Toro 53,3 cm

2 x 20 mm Maschinenkanone + 1 MG

S 81 - S 83, S 98 - S 99, S 117:

1 x 40 mm Flak + 1 x 20 mm MK

Antrieb S 100 und S 136

3 x Daimler-Benz MB 501 Diesel-Motoren 1500/2000 PS

Antrieb S 139 bis S 150

3 x Daimler-Benz MB 501 A

Antrieb S 167 bis S 218

3 x Daimler-Benz MB 511

Antrieb S 208

Versuchsboot für 3 x Daimler-Benz MB 518

Geschwindigkeit

41 bzw. 42 kn

Bauwerft

Lürssen: S 100, S 136, S 134 - S 150, S 167 - S 186, S 195 - S 218

Schlichting: S 187 - S 194

  

Besonderheiten: Bei dem Standardtyp S 38/S 100 wurden nach Verfügbarkeit der Waffen ab Herbst 1943 drei Bewaffnungsvarianten eingebaut/nachgerüstet:

 

achtern

mittschiffs

vorn

1 x 40 mm

1 x 20 mm Doppel

1 x 20 mm

1 x 37 mm

1 x 20 mm Doppel

1 x 20 mm

1 x 20 mm Vierling

1 x 20 mm Doppel 

1 x 20 mm

 

 

 

Technische Daten „S 219“ – „S 300“

„S 301“ – „S 500“

 

Nach den Spezifikationen „S 100“ wurden alle weiteren Boote bis zum Kriegsende gebaut. „S 167“ – „S 186“ bei Lürssen, „S 187“ – „S 194“ bei Schlichting, „S 195“ – „S 218“ bei Lürssen.

 

Die Boote S 219 - S 300 sollten bei der Schlichting-Werft in Travemünde gebaut werden, es wurden jedoch nur S 219 - S 228 fertig gestellt. Grundlage war der Rumpf des Typs "S 100", da jedoch die Artillerie-Bewaffnung unterschiedlich war, die Boote ab "S 219" erhielten drei 30 mm-Doppellafetten, wurden sie auch als Typ "S 219" bezeichnet. Die Boote "S 301" - "S 500" sollten bei Lürssen gebaut werden, die Boote "S 307" - "S 321" wurden jedoch nicht fertig gestellt. 

 

S" 219" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
S" 219" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“

 

 

Länge

34,94 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

1,97 m

Verdrängung

107/124 t

Besatzung

23 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm + 2 Reservetorpedos

3 x 30 mm Maschinenkanone (Doppellafette)

Antrieb S 219 bis S 300

3 x Daimler-Benz MB 511 Diesel-Motoren 2500 PS

Antrieb S 301 bis S 500

3 x Daimler-Benz MB 518 Diesel-Motoren 3000 PS

Geschwindigkeit

42 bzw. 45 kn

Bauwerft

"S 219" - "S 300": Lürssen nur bis "S 228" fertiggestellt

"S 301" - "S 500": Schlichting nur bis "S 307" fertiggestellt

 

Daimler Benz MB 518 20-Zylinder-V-Dieselmotor mit Aufladung 3000 PS - Foto: Archiv David Mills
Daimler Benz MB 518 20-Zylinder-V-Dieselmotor mit Aufladung 3000 PS - Foto: Archiv David Mills

Techische Daten „S 701“ – „S 800“ 

 

1944 wurden bei der Danziger Waggonfabrik die Schnellboote „S 701“ – „S 800“ nach den Plänen des Typs „S 219“ in Auftrag gegeben. Die Boote erhielten zusätzlich zwei nach achteraus schießende Hecktorpedorohre, so dass vier Torpedos geschossen werden konnte, ohne nachladen zu müssen. Die Boote konnten statt der zwei üblichen vier Reservetorpedos in Lagerschalen an Deck mitführen. Geplant waren 6 x 30-mm-Maschinenkanonen in drei Zwillingslafetten. Da die 30-mm Zwillingslafetten nicht rechtzeitig fertig wurden, rüstete man die Boote mit zwei 30-mm Kanonen und einer 20-mm-Doppelllafette aus.

 

"S 701" - Bild aus Steve Wiper: „German S-Boats“
"S 701" - Bild aus Steve Wiper: „German S-Boats“

Ähnlich wie bei den Booten „S 219“ – „S 300“ (Schlichting, fertig gestellt „S 219“ – „S 228“) und „S 301“ – „S 500“ (Lürssen, fertig gestellt „S 301“ – „S 307“) wurden auch von den in Danzig bestellten Booten nur einige wenige („S 701“ – „S 709“) fertig gestellt und an die Marine abgeliefert.

"S 701" beim Verbandfahren - Bild aus Dallies-Labourdette: „Deutsche Schnellboote“
"S 701" beim Verbandfahren - Bild aus Dallies-Labourdette: „Deutsche Schnellboote“

 

Durch die zwei zusätzlichen ToRos und den erhöhten Kraftstoffvorrat wurde die Einsatzverdrängung auf 121 - 124 t erhöht. Bei 35 Knoten wurde ein Fahrbereich von 750 sm erreicht.

 


 

Länge

34,94 m

Breite

5,10 m

Tiefgang

1,97 m

Verdrängung

107/124 t

Besatzung

23 Mann

Bewaffnung 

4 x Toro 53,3 cm + 4 Reservetorpedos

3 x 30 mm Maschinenkanone (Doppellafette)

Antrieb

3 x Daimler-Benz MB 511 Diesel-Motoren 2500 PS

Geschwindigkeit

42 bzw. 45 kn

Bauwerft

Danziger Waggonfabrik nur bis „S 709“ fertiggestellt.

 

 

 

Klein-S-Boote

 

Ende 1938 ordnete das Oberkommando der Kriegsmarine den Bau von zwei Versuchsbooten "LS 1" als Mahagoni-Diagonal-Karweel-Leichtmetall-Kompositbau bei Naglo, Berlin, und "LS 2" als Leichtmetallbau bei Dornier, Friedrichshafen, an. Die geplanten Daimler-Dieselmotoren wurden nicht rechtzeitig fertig, daher erhielten die Boote je zwei Junkers 6-Zylinder Flugzeug Dieselmotoren JuMo 205.

 

Bei Kriegsausbruch wurde der Bau beider Boote stillgelegt. Anfang 1940 wurde "LS 1", da es auf Grund der Bauweise zu schwer geworden war, für andere Verwendungen freigegeben. Das bei Dornier entwickelte Leichtmetallboot "LS 2" sollte beschleunigt fertig gestellt und als "METEORIT" an Bord des Hilfskreuzers "KOMET" (H.S.K. 7) gegeben werden. Da aber die 45 mm Torpedoarmierung nicht fertig wurde, rüstete man das Boot um zum Minenträger für schnelle Hafenverminungen. Die Schwierigkeiten mit den Die eingebauten Junkers-Flugzeugmotoren verursachten Probleme, so dass "Meteor" von "Komet" nicht eingesetzt werden konnte. Das bedeutete Totalausfall des Bootes während des Einsatzes der "KOMET".

 

"LS-Boot" Seitenansicht und Grundriss - Bild aus Fock: „Schnellboote Bd. 2“
"LS-Boot" Seitenansicht und Grundriss - Bild aus Fock: „Schnellboote Bd. 2“
LS 2 "Meteorit" - Foto: EADS/Dornier GmbH
LS 2 "Meteorit" - Foto: EADS/Dornier GmbH

 

Im Frühjahr 1940 wurden vier weitere Boote bei Dornier in Auftrag gegeben "LS 3" - "LS 6". Sie waren als Minenleger vorgesehen. Die Boote "LS 3" und "LS 4" erhielten die schon für "LS 1" und "LS 2" vorgesehenen Daimler-Benz Leicht-Diesel-Motoren. "LS 3" erhielt eine neue Minenwurfeinrichtung für vier statt wie bisher für 3 Minen und wurde planmäßig am 14.10.1940 abgeliefert und an Bord des Hilfkreuzers "KORMORAN" (H.S.K 8) gegeben. "LS 4" erhielt die ursprünglich eingeplanten beiden 45 mm-Heck-Torpedorohre und wurde als "ESAU" an Bord der Hilfskreuzers "MICHEL" (H.S.K. 9) gegeben. Die Boote "LS 5" und "LS 6" erhielten wieder die JuMo 205-Motoren. Sie wurden als Wasserbomben-Träger ausgerüstet und sollten mit dem Ortungs-Träger "MR 7" in der Ujagd in der Ägäis operieren. Da das Räumboot aber ins Schwarze Meer verlegt wurde, kam es nie zu dieser Zusammenarbeit.

 

Für die Boote „LS 5“ und „LS 6“ standen nur Junkers-Flugzeugmotoren zur Verfügung. Auf Weisung des OKM wurden beide Fahrzeuge als U-Jagdfahrzeuge (Wasserbombenträger) für die Ägäis hergerichtet und ins Mittelmeer verbracht, da aber das dazugehörige Ortungsfahrzeug MR 7 ins Schwarze Meer verlegt wurde, kamen die beiden Boote nie zum Einsatz.

 

Für die Serie „LS 7“ – „LS 12“ standen nun wieder die MB 507-Motoren zur Verfügung, so dass sie als Torpedoträger gebaut wurden. „LS 7“ wurde am 08.10.1943, LS 12 am 12.07.1944 abgeliefert. „LS 7“ – „LS 11“ wurden noch in die Ägäis transportiert, „LS 12“ wurde in Jugoslawien gestoppt und kam als Versuchsboot zur Torpedoversuchsanstalt. Es wurde russische Kriegsbeute.

 

„LS 7“ in der Ägäis - Foto: Sammlung P. Schenk
„LS 7“ in der Ägäis - Foto: Sammlung P. Schenk
„LS 7“ in der Ägäis - Foto: Sammlung P. Schenk
„LS 7“ in der Ägäis - Foto: Sammlung P. Schenk

 

Die noch in Auftrag gegebene Serie „LS 13“ – „LS 34“ wurde durch das Kriegsende gestoppt, die Boote „LS 13“ – „LS 18“ wurden als französische Kriegsbeute fertig gestellt . Der Auftrag für die restlichen Boote wurde annulliert.

 

Länge

12,5 m

Breite

3,46 m

Tiefgang

0,9 m

Verdrängung

11,5 t

Besatzung

7 Mann

Bewaffnung

2 x Hecktorpedorohre 53,3 cm

1 x 15 mm Maschinenkanone

Antrieb

2 x Daimler-Benz MB 507 Diesel-Motoren 1100 PS, 2 x dreiflügelige Propeller 0,48 bis 0,55 m Durchmesser.

Geschwindigkeit

38 kn

Bauwerft

Dornier-Werft, Friedrichshafen

 

„LS-7“ beim Aussetzen - Foto: EADS/Dornier GmbH
„LS-7“ beim Aussetzen - Foto: EADS/Dornier GmbH
"LS-5" und "LS-6"  in der Ägäis - Bild aus Fock: „Schnellboote Bd. 2“
"LS-5" und "LS-6" in der Ägäis - Bild aus Fock: „Schnellboote Bd. 2“
"LS-4" mit geöffneten Heckklappen - Bild aus Fock: „Schnellboote Bd. 2“
"LS-4" mit geöffneten Heckklappen - Bild aus Fock: „Schnellboote Bd. 2“
LS-Boot mit hoher Fahrt in der Ägäis - Foto: EADS/Dornier GmbH
LS-Boot mit hoher Fahrt in der Ägäis - Foto: EADS/Dornier GmbH
LS-Boot in der Version Torpedos - Foto: EADS/Dornier GmbH
LS-Boot in der Version Torpedos - Foto: EADS/Dornier GmbH

 Beute-Boote und erworbene Boote

 

Niederländische Beuteboote

 

S 151

 

Bei der Einnahme der Niederlande 1940 wurden acht bei Gusto N.V. in Schiedam im Bau befindliche Boote beschlagnahmt und für die Kriegsmarine fertig gestellt. Sie verdrängten 54 t bei einer Länge von 28,3 m und einer Breite von 4,30 m. Mit diesen Abmessungen konnten sie die europäischen Binnenstraßen befahren, was ihre Verlegung ins Mittelmeer zuließ. Sie wurden 1942 als S 151 - S 158 in Dienst gestellt. Die 1941 bei Gusto N.V. in Auftrag gegebenen Boote S 159 - S 166 wurden im April 1942 stillgelegt.

"S 151" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 151" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 153" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 153" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“

 

 

Länge

28,30 m

Breite

4,30 m

Tiefgang

1,90 m

Verdrängung

54/68 t

Besatzung

21 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

1 x 15 mm Maschinenkanone

 

Antrieb

3 x Daimler-Benz MB 500 Diesel-Motoren 950 PS

Geschwindigkeit

35 kn

Bauwerft

Gusto N.V. Schiedamm

 

 

 

Die Boote der Klasse 151 vom Anfang in Schiedam bis zum Ende in Ancona

Boote während der Bauphase bei Gusto NV, Schiedam, 1941 – Foto: Archiv Nijenhuis
Boote während der Bauphase bei Gusto NV, Schiedam, 1941 – Foto: Archiv Nijenhuis
"S 153" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
"S 153" - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
Boote vom Typ "S 151" in  der Adria – Foto: Archiv Förderverein
Boote vom Typ "S 151" in der Adria – Foto: Archiv Förderverein
F.d.S., Kommodore Petersen, besucht die 7. SFltl in Venedig 1944
F.d.S., Kommodore Petersen, besucht die 7. SFltl in Venedig 1944
Torpedoübernahme in einem Italienischen Hafen – Foto: Archiv Kloetzke
Torpedoübernahme in einem Italienischen Hafen – Foto: Archiv Kloetzke
Boote Typ „S 151“ getarnt an der kroatischen Küste – Foto: Archiv Kloetzke
Boote Typ „S 151“ getarnt an der kroatischen Küste – Foto: Archiv Kloetzke
„S 158“ von einer Bombe getroffen 25.10.1944 – Foto: Archiv Kloetzke
„S 158“ von einer Bombe getroffen 25.10.1944 – Foto: Archiv Kloetzke
Wrack „S 158“ und zwischen Bäumen eingeklemmter Torpedo – Foto: Archiv Kloetzke
Wrack „S 158“ und zwischen Bäumen eingeklemmter Torpedo – Foto: Archiv Kloetzke
Boote Typ S 151 und ein Boot Typ 30 bei der Übergabe an die Alliierten in Ancona am 03.05.1945 – Foto: Archiv Förderverein
Boote Typ S 151 und ein Boot Typ 30 bei der Übergabe an die Alliierten in Ancona am 03.05.1945 – Foto: Archiv Förderverein

"S 201"

 

Die beiden für die Niederlande bereits durch Gusto N.V., Schiedam, nach englischen Power Boat Plänen (Typ PV) in Stahlbauweise und mit 3 x 1000 PS Rolls-Royce-Merlin-Otto-Motoren fertig gestellten Boote TM 52 und TM 53 (30,8 t bei L = 21,40 m, B = 6,05 m und T = 1,14 m) wurden beim Einmarsch in die Niederlande erobert und durch die Kriegsmarine als "S 201" und "S 202" in Dienst gestellt und erprobt. Die Bewaffnung wurde nach deutschen Vorstellungen umgestellt auf 1 x 37 mm und 2 x 20 mm Kanonen. Dadurch und durch die Stahlbauweise erreichten sie im Gegensatz zu dem Prototyp nur 37 - 38 kn. Da es sich um Gleiter handelte, war ihr Seegangsverhalten nicht wie gewünscht. Sie wurden 1942 an Bulgarien abgegeben. Fünf weitere Boote dieses Typs wurden unter deutscher Regie bei Gusto N.V. fertig gestellt und an Bulgarien und Rumänien abgegeben. Das bei der British Power Boatcompany, Hythe, gebaute Typ-Boot "TM 51" wurde für die Royal Navy unter der Bezeichnung "MTB 433" fertig gestellt und nahm an den Angriffen auf das von Deutschland besetzte Willemsbrug teil.

"S 201" („TM 52“) in Rotterdam - Bild aus Hümmelchen: „Die Deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg“
"S 201" („TM 52“) in Rotterdam - Bild aus Hümmelchen: „Die Deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg“
"TM 51" als 1:50-Modell im Marinemuseum Den Helder - Bild: Volker Groth
"TM 51" als 1:50-Modell im Marinemuseum Den Helder - Bild: Volker Groth

Italienische Beuteboote

 

S 501

 

Am 20.05.1943 erwarb die Kriegsmarine die im Schwarzen Meer stationierten italienischen Schnellboote MAS 566 - 570 sowie MAS 574 und 575 (MAS = Motoscafo Armato Silurante) , die die Bezeichnung S 501 - S 507" erhielten und die neu aufgestellte 11. SFltl bildeten. Allerdings führten Ersatzteilprobleme bei den Antriebsmotoren dazu, dass die Boote S 501, S 506 und S 507 bald der 1. SFltl unterstellt, während die anderen Boote außer Dienst gestellt wurden. Stab und überzähliges Personal wurde zur neu aufgestellten 24. SFltl in die Adria abgestellt.

Bild aus H. Fock: Schnellboote Band 1 (SK 68)
Bild aus H. Fock: Schnellboote Band 1 (SK 68)
"MAS 500" im Mittelmeer 1938 (Torpedoköpfe zeigen nach unten) - Foto: Regia Marina
"MAS 500" im Mittelmeer 1938 (Torpedoköpfe zeigen nach unten) - Foto: Regia Marina
"MAS 563" im Jahre 1942 (Torpedoköpfe zeigen nach oben) - Foto: Regia Marina
"MAS 563" im Jahre 1942 (Torpedoköpfe zeigen nach oben) - Foto: Regia Marina

 

 

Länge

18,7 m

Breite

4,7 m

Tiefgang

1,5 m

Verdrängung

29,4 t

Besatzung

10 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 45 cm

1 x 20 mm Maschinenkanone

Antrieb

2 x Isotta-Fraschini Otto-Motorenje 1.150 PS

2 x 70 PS Marschmotoren

Geschwindigkeit

44 kn

Bauwerft

Baglietto: MAS 566 – 570

Picchiotti: MAS 571 – 573

Celli: MAS 574 - 576

 

Die Boote waren Stufenboote und schlugen daher bei Seegang sehr stark. Sie hatten die Bezeichnungen "MAS 566", "MAS 567", "MAS 568", "MAS 569", "MAS 570", "MAS 574" und "MAS 575".

 

„S 601“ – „S 604“

„S 511“ – „S 512“

 

Die italienische Marine erbeutete 1941 die jugoslawischen Boote ("Orjen", "Velebit", "Dinara", "Triglav", "Suvobur", "Rudnik", "Kamakcalan" und "Durmitor") die Lürssen 1937 als Nachbauten des deutschen Typs „S 2“ – „S 5“ geliefert hatte. Die Boote waren in den Dimensionen Länge, Breite, Tiefgang und Verdrängung etwas verändert. Hauptunterschied war die 40-mm-Kanone. Die Boote erhielten die Bezeichnung „MS 41“ -  „MS 46“ bzw. „MAS 511“ bzw. „MAS 542“ ("Orjen" und "Suvobur").

 

Die Boote fielen der Kriegsmarine nach der Kapitulation Italiens am 09.09.1943 in die Hände. Sie wurden kriegsbereit gemacht und als „S 601“ – „ S 604“ bzw. „S 511“ in Dienst gestellt. „S 512“ war marode und kam nie in Dienst. Die Boote wurden der 24. SFltl in der Adria unterstellt. Ersatzteilprobleme bei den Antriebsmotoren führten dazu, dass die Boote wenig einsatzbereit waren.

„S 2“ bis „S 5“ - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“
„S 2“ bis „S 5“ - Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“

Wegen der schwereren Bewaffnung (hochliegendes 40-mm-Geschütz) wurden die Maße des Typs „S 2“ – „S 5“ leicht geändert. 

 

Länge

27,7 m

Breite

4,3 m

Tiefgang

1,55 m

Verdrängung

60 t

Besatzung

10 Mann

Bewaffnung

2 x Toro 53,3 cm

1 x 40 mm Kanone

Antrieb

3 x Daimler-Benz 12 Zylinder-Viertakt-Ottomotoren 800/950 PS

1 x 100 PS Marschmotor 6 Zyl. Maybach

Geschwindigkeit

34 kn

Bauwerft

Lürssen

 

 

S 601

ex ital. MS 42

ex jugosl. "Velebit"

S 602

ex ital. MS 43

ex. jugosl. "Dinara"

S 603

ex ital. MS 44

ex jugosl. "Triglav"

S 604

ex ital. MS 46

ex jugosl. "Rusnik"

S 511

ex ital. MAS 522

ex jugosl. "Orjen"

S 512

ex ital. MAS 542

ex jugosl. "Suvobur"

 

 

"S 621"

 

Die italienische Marine baute ab 1943 60 t Motosiluranti (MS-Boote) auf der Basis „S 2“. Die fertiggestellten Boote bzw. im Bau befindlichen Boote fielen der Kriegsmarine nach der italienischen Kapitulation in die Hände. Die Kriegsmarine übernahm die Aufträge der im Bau befindlichen und geplanten Boote. Insgesamt wurden 10 Boote dieser Klasse gebaut.

 

Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“ (Hier deutscher Typ „S 2“ – „S 5“ mit 20-mm-Kanone)
Bild aus Connelly/Krakow: „Schnellboot in Action“ (Hier deutscher Typ „S 2“ – „S 5“ mit 20-mm-Kanone)

 

Länge

28,0 m

Breite

4,3 m

Tiefgang

1,75 m

Verdrängung

68,8 t

Besatzung

19 Mann

Bewaffnung

2 x ToRo 53,3 cm auf der Back                                

2 x 20 mm Kanone                                                     

4 x MG

Antrieb

3 x Isotta-Fraschini 18 Zylinder-Viertakt-Ottomotoren ASM 183 (auf S 629 Typ ASM 185) je 1500 PS bzw. 1100 PS

1 x Alfa Romeo 6-Zylinder Otto-Motor auf Mittelwelle

Geschwindigkeit

35 kn

Bauwerft

C.R.D.A. Monfalcone

 

 

 

Französische Beuteboote

 

Beim deutschen Einmarsch in Frankreich 1940 wurden sieben Boote ("SA 1" - "SA 7") aus einem republikanisch-spanischen Export-Auftrag aus dem Jahre 1937 vorgefunden sowie zwei Boote ("SA 8" und "SA 9") aus einem Auftrag für französische Wachboote bei den Werften Jouett & Cie., Sartrouville ("SA 1"), Chantiers Romano, Antibes ("SA 2" - "SA 4", "SA 6" und "SA 7"), Chantiers Navales de Meulan ("SA 5") und Chantiers de la Loire, St. Nazaire ("SA 8" und "SA 9") vorgefunden.

 

Sie waren stufenlose V-Spant-Boote aus Sperrholz und wurden mit der Bezeichnung SA = Schnellboote Ausland im Auftrage der Kriegsmarine weitergebaut und in den Jahren 1941 - 1942 in Dienst gestellt. Der Entwurf für die Boote stammte von M. Picker, Chantiers de Meulan und wurde als Vedette Lance-Torpilles (VLT)  mit zwei Torpedorohren 45 cm, einer 3,7 cm Schnellfeuerkanone und einem MG geplant.

S-Boot Typ „K 40“, Entwurf M. Picker - Bild aus H. Fock: „Schnellboote Band 1“
S-Boot Typ „K 40“, Entwurf M. Picker - Bild aus H. Fock: „Schnellboote Band 1“

 

Die Boote wurden mit vier Lorain "Petrel" Otto-Motoren angetrieben. Da sie ferner über zwei 100 PS-Marschmotoren verfügten, hatten sie eine störanfällige Motorenkupplungsanlage. Wegen Mangel an Torpedorohren wurden SA 8 und SA 9 als UJäger ohne ToRos fertig gestellt. Die Boote wurden nicht als Schnellboote sondern wie folgt eingesetzt:

 

Boot

Einsatz, Schicksal

SA 1

Fertigstellung 04.41, Wachboot Abwehrleitstelle Le Havre, ab 1942 FH 24, Hafenschutz-Flottille Le Havre

SA 2

Fertigstellung 09.41, an Admiral Norwegen, ab 1942 FH 25, Hafenschutz-Flottille Le Havre

SA 3

Fertigstellung 10.41, an Admiral Norwegen, 24.03.42 + vor Børsmose/DK, gehoben, Motoren an KM, Boot an Berger 

SA 4

Fertigstellung 11.41, Lehrflottille Le Havre, ab 1942 FC 40, Hafenschutz-Flottille Cherbourg

SA 5

Fertigstellung 10.41, Lehrflottille Le Havre, ab 1942 FK 2, Hafenschutz-Flottille Kanalküste

SA 6

Fertigstellung 04.42, Flak- und Küstenartillerieschule

SA 7

Fertigstellung 06.42, Bombentreffer im Bau, repariert, FK 3, Hafenschutz-Flottille Kanalküste, ab 1943 Flak- und Küstenartillerieschule

SA 8

Fertigstellung 06.42, 1943 FK 58, Hafenschutz-Flottille Kanalküste

SA 9

Fertigstellung 07.42, 1943 FK 59, Hafenschutz-Flottille Kanalküste

 

Der Einsatz dieser Boote ist nach 1943 nicht mehr nachgewiesen. Die Bezeichnung SA 7 wurde erneut vergeben an das britische Beuteboot MTB 345, das bereits im August 1943 nach Brand bei den Shetland Inseln sank. Die Bezeichnungen SA 1 bis SA 7 wurden 1943 nach der Kapitulation Italiens erneut für italienische Beuteboote verschiedener Typen vergeben. 

 

Länge

20,2 m

Breite

5,00 m

Tiefgang

0,90 m

Verdrängung

23/30 t

Besatzung

8 Mann